Sommelier-Hauptstadt Meran

Meran wird nächste Woche (1. bis 4. November) mit dem Sommelierkongress und dem WineFestival die Wein-Hauptstadt Italiens. Jeder ist willkommen und kann sich bei über 40 Workshops verwöhnen lassen.

 

 

von Roman Gasser

Meran: die Stadt mit dem milden Klima mitten im Herzen Europas bereitet sich gerade auf eine der wichtigsten Veranstaltungen in der bald fünfzig jährigen Geschichte der Südtiroler Sommeliervereinigung vor.

Seit über einem halben Jahrhundert bemüht sich die nationale italienische Sommelier-Vereinigung, Synergien auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu schaffen und eine Mittlerrolle ein- zunehmen.

Auf den Sommelierkongress in Sizilien im Herbst 2017 folgt nächste Woche erstmals in der Geschichte der italienischen Sommeliervereinigung als Tagungsort Südtirol. „Meran als Kongressort repräsentiert den Geist und die Stärke der Sommeliervereinigung AIS, die in ganz Italien mit nahezu 40.000 Mitgliedern präsent ist“, so der Präsident der nationalen Sommeliervereinigung, Antonello Maietta, bei der Vinitaly im April am Südtirol-Weinstand.

Alles was Rang und Namen in der italienischen Sommeliervereinigung hat, wird sich in Meran die Ehre geben. Der Kongress in Meran wird das absolute Highlight des Jahres für die Sommeliers aus ganz Italien werden.

 „Wir freuen uns ganz besonders, dass diese prestigeträchtige und wichtige Veranstaltung zum ersten Mal in Südtirol stattfinden wird. Meran wird zum Sommelier-Mekka.“
(Christine Mayr)

Auch für das Weinland Südtirol und für die Südtiroler Weinwelt

insgesamt ist der Kongress ein historisches Ereignis.
Ganz eifrig bastelt der gesamte Vorstand der Südtiroler Sommeliervereinigung schon seit Beginn des heurigen Jahres am guten Gelingen dieser Großveranstaltung. Schließlich werden mehrere hundert Sommeliers aus ganz Italien an dem Kongress teilnehmen. „Wir freuen uns ganz besonders, dass diese prestigeträchtige und wichtige Veranstaltung zum ersten Mal in Südtirol stattfinden wird. Meran wird also zum Sommelier-Mekka“ – so die Devise der Organisations-Mannschaft, unter der Federführung der Präsidentin der Sommeliervereinigung Südtirol Christine Mayr. „Die Passerstadt mit ihrem alpin-mediterranen Flair und ihrem wunderschönes Kurhaus bietet sich als Veranstaltungsort geradezu an. Auch aus logistischen Gründen“, so die stolze und strahlende Präsidentin. Der Präsident der Sommeliervereinigung Italien, Antonello Maietta, lobte die Organisation der Sommeliervereinigung Südtirol, die inner- halb kurzer Zeit mit geradezu deutscher Pünktlichkeit – „con rigore tedesco“ – eine perfekte Planung auf die Beine gestellt habe. Zwischen 40 Workshops (die auch für das Publikum zugänglich sind), Preisvergabe, kulinarischen Highlights, Tagungen, Besuche in historischen und modernen Südtiroler Weinkellern, Verkostungen, Besichtigungen und Begegnungen wird es bestimmt viel zu erleben geben, verheißen die Veranstalter. Der Wettbewerb „Bester Sommelier Italiens“ wird sicherlich eines der Highlights des Kongresses werden. Aktueller Titelträger ist Roberto Anesi, der in Meran an- wesend sein wird. Viele weitere Auszeichnungen und Preise wer- den feierlich überreicht werden. Als Grenzregion mit engen Verbindungen und einer Brückenfunktion zum deutschsprachigen Raum hat die Sommeliervereinigung Südtirol ein gleichwohl vielfältiges wie originelles Rahmenprogramm ausgearbeitet.

Die Sommeliervereinigung Südtirol kann es kaum erwarten, für ein verlängertes Wochenende Gastgeberin des bedeutendsten Sommelierkongresses Italiens sein zu dürfen.

 

Das Kurzinterview

Christine Mayr (Präsidentin der Sommeliervereinigung Südtirol) über die Highlights beim Kongress.

Tageszeitung: Nächsten Donnerstag (1. November) geht es los – was wird uns die vier Tage erwarten?
Christine Mayr: Chancen – auch für die vielen einheimischen Gäste und Weinliebhaber – viele exzellente und ausgezeichnete Weine zu degustieren.

Was können wir von Frank Smulders (Master of Wine) und Luis Raifer (dem Seniorchef der Kellerei Schreckbichl) erwarten?
Frank Smulders, Master of Wine, gilt als Spezialist für Frankreich und die Rieslinge aus der Mosel und dem Rheingau. Wir haben die Ehre ihn für drei Seminare in Meran empfangen zu können. Dabei stellt er am ersten Tag verschiedene Blauburgunder in einen internationalen Kontext. Luis Raifer gilt schon als Legende. Er war einer der ersten, welcher konsequent auf Qualität gesetzt hat. Sein Sauvignon „Lafòa“ ist ein Teil dieser Erfolgsgeschichte.

Was wird uns Helmuth Köcher (Präsident und Gründer des Merano WineFestivals) bieten?
Einen netten und berauschenden Abend im Zelt mit den Südtiroler Sektproduzenten.

Die Parade der Weine aus dem Hause Elena Walch: Besonderheiten?
Das berühmte Familien-Weingut der drei Damen steht für Frauenpower und edle Weine. Karoline Walch präsentiert ihr Parade-Pferd „Beyond the Clouds“.

Giuseppe Lauria (Weinjournalist aus Wiesbaden): sein interessantes Top-Thema?
Zwei Seminare. Zum Thema Deutscher Wein in all seinen Facetten und seine persönliche Rundreise durch die Weingegenden Italiens.

Hubert Stockner (Käsemeister): Highlight?
„Craft Beers“ angepasst mit verschiedenen Käsestilen aus dem Genussbunker.

Welches wird das Hauptthema bei der Diskussionsrunde „Runder Tisch“ sein?
Die Klimaerwärmung und deren Auswirkung auf die Weinwelt.

Prämierung „Miglior Sommelier d’Italia“: Was wird hier geboten?
Der beste Sommelier Italiens wird nach einem strengen Ausscheidungsverfahren feierlich gekrönt.

Mit Norbert Reinisch (Weinakademiker): Themen und Wissenswertes?
Alles rund um den „Barbera“ und den Kultwein „Bricco dell’Uccellone“.

Interview: Roman Gasser

 

Artikel & Interview: Roman Gasser
Artikel & Interview veröffentlicht in der
„Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ ©
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Der Artikel in der „Tageszeitung“ am 17. Oktober 2018