„Terra“ in Shanghai

Wie Heinrich und Gisela Schneider auf die Idee kamen, ein „Terra“ in der größten Stadt Chinas zu eröffnen. Und wieso die Chinesen von Giselas Weinbegleitung angetan waren.

 

 

DIONYSOS: Gisela, wie seit ihr zum Entschluss gekommen, ein Terra mitten in der Weltmetropole Shanghai zu eröffnen?
Gisela Schneider:Letztes Jahr war ein chinesischer Geschäftsmann im Terra speisen. Er besitzt in Shanghai elf Restaurants und will jetzt das zwölfte eröffnen. Er war von unserer Küche begeistert, und somit kamen wir zum Entschluss, gemeinsam ein Restaurant in Shanghai zu eröffnen, ein Terra.

Was macht die Idee so einzigartig?
Unser chinesischer Partner verwendet in seinen Restaurants Kräuter und Gemüse, die er auf einigen Inseln vor Shanghai eigens für sich anbauen lässt. Somit war es ein für uns interessantes Thema. An Mut hat es uns noch nie gefehlt, und daher wollten wir dieses Projekt wagen.

Das ist ein absoluter Kontrast. Das Terra hier im Sarntal inmitten im Nichts, und dort ein Terra, in der größten Stadt Chinas, in einer der größten Städte der Welt …
Ja absolut – kontrastreicher geht es nicht. Karl (Anm. d. Red. Manfredi) war ein paar Tage in Shanghai, um die geschäftlichen Rahmenbedingungen auszuarbeiten, den Standort zu besichtigen und mit dem Architekten die Renderings zu besprechen. Die Location ist einfach nur großartig.

 

Foto©Stefano Scatà DIONYSOS Gisela Schneider Terra 1

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Das Geschwister-Paar Gisela und Heinrich Schneider: „An Mut hat es uns noch nie gefehlt, und daher wollten wir dieses Projekt wagen.“

Foto©Stefano Scatà DIONYSOS Gisela Schneider Terra 7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie erden die Zutaten für das Shanghai-Terra ausgesucht?
Heinrich reist im Juli nach Shanghai, um die Zutaten für seine Gerichte auszusuchen. Der dortige Küchenchef wird dann bei uns im Sarntal geschult. Natürlich wird dort das Menü nicht ganz so umfangreich wie bei uns werden. Aber dennoch wird man Heinrichs Handschrift in den Menüs wiederfinden. Heinrich freut sich schon auf diese kulinarische Herausforderung.

In welcher Form wird der Wein eine Rolle spielen?
Das Thema Wein wird dort eine sehr zentrale Rolle spielen. Der Geschäftsmann war von meiner Weinbegleitung ganz begeistert. Es ist für die Chinesen eine neue Welt. Sie wollen nicht nur den Wein fotografieren, sondern auch erleben. Ich werde die Weinbegleitung ausarbeiten und den Service schulen. Wir haben auch eine Weinbar oder Vinothek in unserer Planung berücksichtigt. Und ich bin schon mit Kellereien in Kontakt. Ich reise im Herbst nach Shanghai – dann wird man sehen, welche Schritte wir für die Zukunft setzen müssen.

Eine spannendes Sache …
Ja, die Weinanpassung ist für die Chinesen ganz etwas Neues, weil sie nur selten Wein trinken. Auch die Entwicklung im Weinbau steckt dort noch in den Kinderschuhen.

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Das „Terra“ in Sarntal

 

Wie kann man eine Verbindung zwischen dem Mutterschiff hier und dem Terra in Shanghai herstellen?
Die Idee von hier wird mit rübergenommen mit dem Ziel, die Gäste von drüben auch hierher zu locken. Natürlich wollen wir auch das Mutterschiff bewerben. Auf 1600 Metern muss man immer kreativ sein und weitsichtig. Einen Blick über den Tellerrand hinaus wagen. Die Michelin-Sterne sind wunderbar, aber auch ein Auftrag für die Zukunft – und zwar kreativ zu bleiben und sich stetig weiterentwickeln.

Wann wird das Terra in China seine Pforten öffnen?
Im Dezember 2018 gibt es eine spektakuläre Eröffnung. Ich freu mich schon – ein Aufbruch in neue Welten sozusagen.

Interview: Roman Gasser

Artikel: Roman Gasser
Artikel veröffentlicht im „Weinmagazin DIONYSOS 02/2018“ ©
Fotos: ©Stefano Scatà (Terra)

Das Weinmagazin der Sommeliervereinigung Südtirol „DIONYSOS“ Ausgabe 02/2018