Der Sternenhimmel

Südtirol spielt nach wie vor in der Gourmet-Champions-League. Die 64. Auflage des italienischen Michelin-Restaurantführers für 2019 brachte dem erfolgsverwöhnten Gourmetland Südtirol 27 der begehrten Michelin-Sterne ein.

 

 

von Roman Gasser

Wir können absolut stolz sein. Nur Neapel und Rom haben mehr Sterne unter den Provinzen Italiens eingeheimst als Südtirol. Der neue Michelin-Restaurantführer 2019 hat es in sich: die Gesamtzahl der Sterne-Restaurants in Südtirol ist nun auf 20 angestiegen und jene der Sterne auf 27. Neben Norbert Niederkofler, dem legendären Chefkoch des Gadertaler Restaurant St. Hubertus mit drei Sternen, gibt es fünf Zwei-Sterne-Restaurants: das „La Siriola“ mit Chefkoch Matteo Metullio, Jasmin in Klausen mit Martin Obermarzoner, Einhorn in Mauls mit Peter Girtler, Terra im Sarntal mit Heinrich Schneider und Trenkerstube in Tirol mit Gerhard Wieser. Weiters 14 Ein-Stern-Restaurants. Anna Matscher bleibt Südtirols einzige Sterne-Köchin.

Es gibt auch zwei Neo-Sterne-Köche. Und zwar den erst 29-jährigen Gregor Eschgfäller, Chefkoch vom „Astra“ in Steinegg, und den Chefkoch Claudio Melis vom Restaurant „In Viaggio“ im Bozner Stadtzentrum. Nur ein Restaurant hat im Vergleich zum Vorjahr einen Stern verloren.

Es gibt in Italien nun zehn Drei-Sterne-Restaurants, darunter einen Neuling. 39 Restaurants haben zwei Sterne – 318 einen, darunter sind 29 Neulinge.

„Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es in Südtirol die meisten Sterne auf dem ganzen Planeten im Michelin-Führer.“

Die Erfolgsgeschichte des einzigen Südtiroler 3-Sterne-Chefkochs geht also weiter. Norbert Niederkofler wird noch im Dezember sein eigenes Restaurant am Kronplatz eröffnen. Im Mittelpunkt stehen die Berge, echte und regionale Produkte und ein spannendes Küchen-Konzept. Niederkofler wird natürlich Chefkoch in St. Kassian bleiben, gleichzeitig aber mehrmals in der Woche die Küche am Kronplatz betreuen.

Auch der HGV gratuliert allen Sternen-Trägern. „Die Sterne-Betriebe, aber auch die Hauben-Betriebe sind unsere kulinarischen Aushängeschilder“, unterstreicht HGV-Direktor Thomas Gruber. Sie leisteten zusammen mit den übrigen gastronomischen Betrieben und Gasthäusern einen wichtigen Beitrag in der Entwicklung unserer Küche und in der Ausbildung unserer Jugend, so der HGV.

Auch Arno Kompatscher war von der Sternenflut angetan. „Die vielen Sterne, mit denen unsere Köche und unsere Restaurants auch in diesem Jahr wieder ausgezeichnet wurden, sind eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg der Qualität“, so der stolze Landeshauptmann.

Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es hierzulande die meisten Sterne auf dem ganzen Planeten im Michelin-Führer. Südtirol bietet die perfekte Kombination zwischen mediterraner und traditioneller, alpiner Küche. Auch der Wein hat sich europaweit einen Namen gemacht. Südtirol ist ein absolutes Weinland der Champions.

Stars und Sternchen beflügeln und besetzen immer mehr die heimischen Küchen. Somit sind die Zukunftsaussichten berauschend – und die Sterne werden weiter leuchten.

 

Artikel: Roman Gasser
Artikel veröffentlicht im „Weinmagazin DIONYSOS 4/2018“ ©
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Das Weinmagazin der Sommeliervereinigung Südtirol „DIONYSOS“ Ausgabe 04/2018